Dieses Jahr ist für mich in einem Eiltempo vergangen und auch viele Menschen empfinden dies momentan so. Vieles kommt ins Bewusstsein, passiert im Alltag, was uns berührt, aufwühlt, bewegt, fordert oder überfordert. Viele schildern, dass Sie von einem Geschehen ins Andere gleiten und wünschen sich manchmal einfach etwas mehr „Ruhe“. Ruhe in den Gedanken, Ruhe von all den vielen Ereignissen, die sie immer wieder herausfordern, aufwühlend, anstrengen. Verständlich. Etwas weniger wäre für viele etwas entspannter.

Möglicherweise ist jedoch genau dies unser Lehrplatz mit all dem einen Umgang zu finden, zu verstehen, weshalb sich momentan soviel zeigt, weshalb soviel gesehen werden möchte im Innern, wo es ein Umdenken, wo es Aufarbeitung, wo es Neues und Gesundes braucht und in all dem einen tiefgründigen Sinn des eigenen Dasein zu sehen. Der Fokus verschiebt sich dann möglicherweise von äusserem Erfolg, stetigem Funktionieren oder den Erwartungen der anderen zu entsprechen hin zu innerer Erfüllung, Authentizität, Sinn und Lebensqualität.

Ungelöstes, Unbearbeitetes, Verdrängtes, Unausgesprochenes. Es scheint mir all dies will einfach gesehen werden. Es scheint an der Zeit für viele hinzuschauen. Bei manchen zeigt ihr Körper deutliche Signale (Schmerzen, Schlaflosigkeit) oder reagiert mit chronischer Erschöpfung (Burnout, Ängste) und sie spüren so immer deutlicher, dass das bisherige „Weitermachen wie bisher“ nicht mehr geht. Viele achtsame, sensible Kinder der heutigen Zeit reagieren auf Starres, nicht Stimmiges, nicht Echtes, nicht Wahrhaftiges, nicht Gutes. Sie sind für uns so gute Lehrmeister, wenn wir hinhören, sie spüren und hören, was sie kritisieren, was sie brauchen und Sie nicht einfach verurteilen für ihre Verhaltensweisen oder ihr „Nicht-Mitmachen“ wollen. Viele sensible, achtsame Kinder der heutigen Zeit brauchen vor allem eines: Echte Präsenz von uns Erwachsenen, echtes Interesse an Ihnen, ein Herz und Liebe und echte Verbindungen und Beziehungen. Geht dies nicht auch vielen unserer Erwachsenen so? So können unsere Kinder eine grosse Motivation sein, dass wir Ihnen etwas Neues ermöglichen und Sie nicht die Belastungen der Generationen weiter übernehmen, die nicht gelöst wurden.

In meinen Prozessen mit vielen Menschen geht es oft darum, dass die eigenen ungeheilten Wunden, Ängste oder Verhaltensmuster gesehen, bearbeitet und aufgelöst werden können und Neues, Gesundes ins Leben kommen darf. Es zeigt sich oft, dass „dieses Neue“ Zeit braucht, da es so möglicherweise noch gar nie gelebt und erfahren wurde. Dies kann auch Ungeduld mit sich bringen, aber wenn wir uns vorstellen, wie lange wir in unseren „alten Mustern“ funktioniert haben, wie sollte es uns dann einfach möglich zu sein in ein paar Monaten nun das Neue integriert haben zu können? Das Integrieren ist meines Erachtens ein langer, lebenslanger Prozess, an dem wir immer wieder wachsen und lehren können.

Wenn wir heute hinschauen, verarbeiten und loslassen, schenken wir unseren Kindern und der Zukunft eine leichtere, freiere Basis. Dieser Gedanke gibt mir Sinn weiterzuarbeiten an mir und für meine Kunden und Kundinnen da zu Sein.

Herzlich, Andrea Kapp Kapp Coaching & Therapie